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Libretto: Andrea Maffai nach dem Schauspiel “Die Räuber“ von Schiller Personen: Maximilliano, Graf von Moor, Baß Carlo, sein ältester Sohn, Tenor Francesco, sein jüngerer Sohn, Bariton Amalie, Waise, Nichte des Grafen, Sopran Hermann, Kämmerer, Tenor Moser, Pfarrer, Baß Rolla, Freund von Karl, Tenor
Böhmen und Franken in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts 1. Akt 1. Bild In einer Schenke nahe der Grenze zu
Sachsen sitzt Carlo Moor über die antiken Helden des Plutarch. Er
denkt darüber nach, dass sich deren Tapferkeit und Edelmut stark denen
seiner Kommilitonen rings um ihn herum unterscheiden. Er sehnt sich zurück
nach Hause zu seiner Cousine Amalie, die er seit seiner Kindheit liebt.
Als er einen Brief erhält, liest er in dem allerdings nicht die ersehnte
Vergebung seines Vaters, sondern wird von seinem Bruder Francesco darüber
aufgeklärt, dass der Vater ihn verstoßen hat. Enttäuscht
geht Carlo auf den Vorschlag eines Kumpanen ein, eine Räuberbande
zu gründen und sie schwören sich ewige Verbundenheit.
2. Bild Im väterlichen Schloß in
Franken grollt Francesco über seine untergeordnete Rolle als jüngerer
Sohn. Wir erfahren, dass er den Brief, den Carlo an seinen Vater geschrieben
hat, vernichtet und durch einen anderen ersetzt hat. Francesco wünscht
den Tod des Vater und würde ihn gerne beschleunigen. Er ruft den Hausknecht
des Grafen und beauftragt ihn, sich zu verkleiden und so dann dem Grafen
den Tod seines ältesten Sohnes Carlo mitzuteilen. Hämisch freut
sich Francesco auf seine zukünftige Stellung und Macht.
3. Bild Der alte Graf schlummert in seinem Lehnstuhl, von Amalia bewacht. Obwohl durch Carlos Verbannung ihre Hoffnung auf eine Verbindung mit ihm zunichte gemacht ist, liebt sie den alten Grafen. Da murmelt der Alte im Schlaf Carlos Name. Als Amalia ihn weckt, beklagen die beiden Carlos Abwesenheit. Francesco meldet den verkleideten Hausdiener. Dieser tritt ein und verkündet, dass Carlo im Kampf gestorben ist. Er überreicht dessen Schwert, auf das mit Blut eine Nachricht für Amalia geschrieben steht. Sie solle ihn vergessen und stattdessen
seinen Bruder Francesco heiraten. Amalia ist unglücklich und der Graf
macht sich schwere Vorwürfe, dass er seinen ältesten Sohn vertrieben
hat. Vor Gram bricht er zusammen und scheint zu sterben. Francesco sieht
sich schon als den neuen Grafen.
1.Akt 1. Bild Amalia hat sich von einem Fest fortgeschlichen,
mit dem Francesco seine neue Macht bekannt geben will. Sie will zu dem
Grab ihres Onkels. Während sie vor dem Grabstein steht, stellt sie
sich das Wiedersehen von Vater und Sohn im Himmel vor und klagt über
ihre Einsamkeit. Nun tritt der Hausdiener zu ihr und gesteht ihr, dass
Francesco ihn dazu gezwungen hat, den angeblichen Tod Carlos zu verkünden.
Carlo und auch der alte Graf leben noch. Sie ist überwältigt
vor Freude, auch wenn sie nur verstanden hat, dass Carlo lebt. Nun aber
kommt Francesco hinzu und bittet sie um ihre Hand. Sie weist ihn zurück
und klagt ihn an, Carlos
2. Bild Die Räuber haben sich im Wald vor
Prag getroffen. Sie erzählen, dass Carlos rechte Hand Rolla im Gefängnis
sitzt und aufgehängt werden soll. Carlo hat aus Rache die Stadt angezündet.
Durch den Wald hetzen in Angst und Schrecken die Prager Bürger. Auch
Rolla erscheint mit einigen Gefährten und sie erzählen, wie sie
Rolla im letzten Moment dem Henker entrissen
Carlo klagt über seine Einsamkeit
und seine Sehnsucht nach Amalia. Seine Gesellen kommen zu ihm und warnen
ihn, dass der Wald umstellt ist. Alle ziehen ihre Schwerter und versuchen
sich durch zu kämpfen.
3. Akt 1. Bild Um Francescos Verfolgung zu entgehen,
ist Amalia in den Wald geflohen. Sie wird erschreckt durch sich nähernde
Stimmen der Räuber. Carlo findet sie im Wald und die beiden fallen
sich in die Arme. Carlo verheimlicht ihr aber, dass er zu den Räubern
gehört. Sie beschließen sich nun nie mehr zu trennen.
2. Bild Die Räuber haben ihr Lager neben einer Burgruine aufgeschlagen und besingen ihr fröhliches Leben. Als sie zur Ruhe gehen, übernimmt Carlo die Nachtwache. Carlo verzweifelt daran, dass er ein Räuber geworden ist und nun nicht mehr der entsprechende Mann für Amalia sein kann. Er denkt daran, sich umzubringen. Der Hausdiener des Grafen nähert sich dem Turm und reicht jemandem Essen hinein. Er wird von Carlo gestellt, der wissen will, wer in dem Turm ist. Der Hausdiener aber kann sich befreien und flieht. Als Carlo den Turm betritt, sieht er dort seinen Vater, zum Skelett abgemagert und nicht mehr bei Sinnen. Er erkennt den Sohn nicht. Aber er erzählt,
wie sein jüngerer Sohn ihn lebend im Sarg fand und ihn dann in diesem
Turm dem Hungertod preisgab. Mit einem Pistolenschuss weckt Carlo seine
Räuber und lässt sie für diese Tat Rache schwören.
4. Akt 1.Bild Francesco hat nun doch ein schlechtes Gewissen bekommen. Er schickt den Hausdiener, einen Geistlichen zu holen. Pater Moser trifft ein und erwart wie immer, von Francesco nur Hohn und Spott über den Glauben und Gott zu hören. Dieser aber fragt ihn voll Angst, welches Verbrechen im Himmel wohl am schwersten bestraft würde. Und der Geistliche antwortet ihm: Vatermord und Brudermord. Der Hausdiener tritt auf und verkündet,
dass bewaffnete Reiter – die Räuber – das Schloss belagern. Francesco
erbittet vom Pfarrer die Absolution, die dieser aber verweigert, mit der
Begründung, dass nur Gott solche Sünden vergeben könnte.
2. Bild Im Wald bittet der alte Graf Carlo, den er immer noch nicht als seinen Sohn erkannt hat, wie einen Sohn segnen zu dürfen. Die Räuber kehren von ihrem Angriff auf das Schloss zurück, Francesco ist ihnen entkommen. Aber sie bringen Amalia mit, die auf Carlo zueilt und ihn um Schutz bittet. Nun muss er sich seinem Vater zu erkennen geben. Zwar stellen der Graf und Amalia jetzt mit Schrecken seine Beziehung zu den Räubern fest, doch Amalia verspricht, für immer bei ihm bleiben zu wollen. Dagegen protestieren die Räuber, die ihn an seinen Eid erinnern, auf Lebenszeit zusammen bleiben zu wollen. Amalia bittet Carlo, sie lieber umzubringen als sie zu verlassen. Carlo, der keine andere Lösung sieht, ersticht die Geliebte und macht sich auf, nun selber den Tod zu suchen. |